lexoffice Alternative: 5 Tools im Vergleich (2026)
Die ehrlichste lexoffice Alternative hängt von Ihrer eigentlichen Frage ab: Brauchen Sie wirklich Buchhaltungssoftware – oder wollen Sie nur bezahlt werden? Für viele Solo-Selbstständige ist es Letzteres. Dann zählen Angebot, E-Signatur, EU-Umsatzsteuer und ein gültiges E-Rechnungs-Format, nicht ein Buchhaltungsmodul, das Sie nie öffnen.
Die meisten, die nach einer lexoffice Alternative suchen, sind nicht mit lexoffice unzufrieden. Sie sind mit der Rechnung unzufrieden. Man hat sich angemeldet, um Rechnungen zu schreiben, und zahlt am Ende für eine komplette Buchhaltungs-Suite mit Bank-Abgleich-Modul, das man genau einmal geöffnet hat.
Das ist die eigentliche Frage hinter „lexoffice Alternative": Brauche ich wirklich eine Buchhaltungssoftware – oder muss ich einfach nur ein Angebot unterschrieben und eine Rechnung bezahlt bekommen? Für viele Solo-Freelancer und Zwei-Personen-Studios in Deutschland lautet die ehrliche Antwort: das Zweite.
Vergleichen wir die Optionen also genau für diesen Job: Angebote, E-Signatur, EU-Umsatzsteuer, E-Rechnungs-Formate, Preis – und wie viel Buchhaltungs-Overkill man dabei schlucken muss. Dabei sagen wir auch, für wen welches Tool wirklich passt, inklusive der Fälle, in denen lexoffice die richtige Wahl bleibt.
Ein Hinweis zu den Preisen: Wir haben jeden Anbieterpreis im Juni 2026 auf der jeweiligen Anbieterseite geprüft; sie verstehen sich netto (zzgl. USt.), sofern nicht anders genannt. Preise ändern sich aber – bitte vor dem Abschluss noch einmal prüfen.
(Kurz zur Namenslage: lexoffice wurde 2025 in Lexware Office umbenannt. Gemeint ist dasselbe Produkt; viele suchen weiterhin nach „lexoffice", manche nach einer „Alternative Lexware" oder einer „Lexware Office Alternative" – in diesem Vergleich meinen alle drei Schreibweisen denselben Anbieter.)
Die Kriterien, die wirklich zählen
Der Monatspreis ist das uninteressanteste Kriterium, weil fast jeder deutsche Einstiegstarif hier zwischen rund 7,90 € und 12,90 € liegt. Egal ob Sie es Buchhaltungssoftware oder schlicht Rechnungsprogramm nennen – was die Tools wirklich unterscheidet, ist das hier:
- Angebote + E-Signatur. Können Sie ein Angebot verschicken und es unterschreiben lassen, bevor die Arbeit beginnt? Die meisten Rechnungstools überspringen das und setzen erst bei der Rechnung an. Bemerkenswert: Keines der großen deutschen Rechnungstools wirbt überhaupt mit einem rechtsverbindlichen Signaturprozess.
- EU-Umsatzsteuer und Reverse-Charge. Wenn Sie einen Kunden in Österreich oder den Niederlanden abrechnen – übernimmt das Tool die grenzüberschreitende Umsatzsteuer, oder machen Sie das manuell?
- E-Rechnungs-Formate. Die deutsche B2B-Empfangspflicht gilt seit dem 1. Januar 2025, und das Ausstellen wird im inländischen B2B ab 2028 für alle verpflichtend – größere Unternehmen (Vorjahresumsatz über 800.000 €) müssen schon ab 2027 elektronisch fakturieren. Kann das Tool eine gültige ZUGFeRD- oder XRechnung-Datei erzeugen, wenn ein Kunde danach fragt?
- Kein Buchhaltungs-Overkill. Niemand sollte für eine doppelte Buchführung zahlen, die er nie nutzt. Gerade als Kleinunternehmer brauchen Sie selten die volle Buchhaltungssoftware – ein schlankes Rechnungstool reicht für den eigentlichen Zweck.
- Vertragsbedingungen. Dieser Punkt zählt leise mehr als der Preis.
1. lexoffice (Lexware Office)
Der Platzhirsch – und tatsächlich gut in dem, wofür er gebaut ist: Buchhaltung. Der Einstiegstarif „S" liegt bei 7,90 €/Monat netto, monatlich kündbar; nach oben geht es bis 32,90 €/Monat netto im Tarif „XL", sobald Sie Bank-Sync, automatischen Zahlungsabgleich und DATEV-Export wollen. Die Abrechnung ist fair, das Ökosystem ausgereift. lexoffice erzeugt gültige E-Rechnungs-Formate inklusive ZUGFeRD und XRechnung und übernimmt die Umsatzsteuer. (Preise Stand Juni 2026 – bitte aktuell prüfen.)
Der ehrliche Vorbehalt aus der Praxis: Der DATEV-Sync läuft nicht immer fehlerfrei – Sync-Fehler, die Doppelarbeit verursachen, sind eine wiederkehrende Beschwerde, ebenso der Support, sobald es bei komplexerer Buchhaltung an die Grenzen geht.
Für wen er passt: Freelancer auf dem Weg zu echter Buchhaltung. Sie haben eine Steuerberatung, wollen DATEV-Export, verbuchen alles an einem Ort. Wenn Sie wirklich eine vollwertige Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer suchen, ist lexoffice eine solide Standardwahl. Wenn nicht, kaufen Sie sich eine ganze Werkstatt, nur um ein einziges Bild aufzuhängen.
Was er nicht gut kann: die vordere Hälfte des Jobs. Es gibt keinen sauberen Ablauf von Angebot bis Unterschrift. Sie können kein Angebot verschicken, eine rechtsverbindliche Unterschrift einholen und eine Anzahlung nehmen – am selben Ort, an dem Sie später abrechnen.
2. sevDesk
Der andere große deutsche Name – und der, bei dem ich Ihnen rate, das Kleingedruckte genau zu lesen. Der echte Monatstarif „Rechnung" kostet 12,90 €/Monat netto. Der günstiger wirkende Preis – rund 8,90 €/Monat – ist der Zwei-Jahres-Tarif, also eine langfristige Bindung. Funktional ist es ein solides Tool für Rechnung und leichte Buchhaltung mit ZUGFeRD/XRechnung-Ausgabe, Umsatzsteuer-Logik, KI-Belegerfassung und DATEV-Export. Inzwischen gehört es zu Cegid – es steckt also mehr Geld dahinter. (Preise Stand Juni 2026 – bitte aktuell prüfen.)
Der Haken, und es ist die häufigste Freelancer-Beschwerde über sevDesk: Die längeren Laufzeiten verlängern sich automatisch, wenn man nicht rechtzeitig vor Vertragsende kündigt. Berichtet wird von einer Verlängerung als Überraschung von rund 320 €/Jahr, mit der man nicht gerechnet hatte. (Prüfen Sie die genaue Kündigungsfrist in den aktuellen AGB von sevDesk, bevor Sie sich binden.)
Für wen er passt: Wer sicher ist, zwei Jahre zu bleiben, und den niedrigsten Schaufensterpreis will. Wenn Ihnen Flexibilität wichtig ist, ist genau diese Vertragsstruktur das, worüber Freelancer am meisten klagen. Sich zwei Jahre zu binden, nur um Rechnungen zu schreiben, ist ziemlich viel verlangt.
3. FastBill
Eine leichtere, rechnungsorientierte Option, die zwischen einer Vorlage und einer vollen Suite liegt. Der Tarif „Solo" kostet rund 10 €/Monat (im Jahresabo etwas günstiger). Zum schnellen Rausschicken von Rechnungen taugt es gut, mit Belegautomatik; Umsatzsteuer-Logik und E-Rechnungs-Formate sind abgedeckt. (Preise Stand Juni 2026 – bitte aktuell prüfen.)
Für wen es passt: Freelancer, die saubere Rechnungen und etwas Automatik wollen, ohne die Buchhaltungstiefe von lexoffice. Ein vernünftiger Mittelweg. Wie die anderen behandelt es die Rechnung aber als Startpunkt. Das Angebot, die Unterschrift und die Anzahlung passieren woanders – per E-Mail, in einem separaten E-Sign-Tool, per manueller Überweisung.
4. Eine schlichte Vorlage (Word / Excel / Google Docs)
Kein Tool, aber für sehr viele neue Freelancer der reale Standard – deshalb gehört es hierher. Kosten: null.
Für wen es passt: Wer ein, zwei Kunden im Monat abrechnet und noch nichts anderes braucht. In dem Moment, in dem ein deutscher B2B-Kunde eine strukturierte E-Rechnung verlangt – eine ZUGFeRD- oder XRechnung-Datei –, stößt die Vorlage an ihre Grenzen. Ein PDF, das aussieht wie eine Rechnung, ist nicht dasselbe wie ein gültiges E-Rechnungs-Format, und genau diese Lücke treibt die meisten überhaupt erst zur Software-Suche.
5. Clozo
Ja, hier sind wir naturgemäß nicht ganz neutral, das merken Sie – aber sagen wir klar, wem diese Lösung am meisten nützt.
Clozo ist um einen einzigen Ablauf gebaut: 1) Ein professionelles Angebot verschicken. 2) Eine rechtsverbindliche E-Signatur einholen (eIDAS, mit Audit-Trail aus IP und Zeitstempeln). 3) Eine Anzahlung nehmen. 4) Über einen einzigen Link bezahlt werden – Karte, SEPA, ohne zusätzliche Transaktionsgebühren über Stripe hinaus. Ist die Arbeit erledigt, prüft Clozo die EU-USt-IdNr. des Kunden live gegen VIES, wendet bei grenzüberschreitenden Fällen automatisch das Reverse-Charge-Verfahren an und erzeugt eine gültige E-Rechnung im Format des jeweiligen Landes – ZUGFeRD oder XRechnung für Deutschland, Factur-X für Frankreich, UBL für die Niederlande und so weiter. Die Datei wird exportiert; Clozo erzeugt das E-Rechnungs-Format, das Versenden oder Übermitteln an Ihren Kunden übernehmen Sie selbst – Clozo ist nicht an ein Übertragungs- oder Clearing-System angebunden. Clozo erstellt keine Steuererklärung und ist kein Buchhaltungs-Hauptbuch.
Das ist der bewusste Trade-off. Das Eine, womit keines der oben genannten deutschen Rechnungstools tatsächlich wirbt – eine rechtsverbindliche Unterschrift mit IP-/Zeitstempel-Audit-Trail – ist genau das, worum herum Clozo gebaut ist.
Die Tarife: 0 € kostenlos, 12 €/Monat Pro, 22 €/Monat Unlimited – monatlich abgerechnet, ohne Zwei-Jahres-Bindung. Welche Funktion in welchem Tarif enthalten ist, unterscheidet sich allerdings: Die rechtsverbindliche eIDAS-E-Signatur ist bereits kostenlos dabei, Online-Zahlungen und die EU-Umsatzsteuer-/VIES-Logik gehören zu den kostenpflichtigen Tarifen, und das Erzeugen strukturierter E-Rechnungs-Formate ist ein Feature der höchsten Stufe. Welcher Tarif das passende E-Rechnungs-Format einschließt, steht auf der Preisübersicht – siehe außerdem Funktionen und die Übersicht der unterstützten E-Rechnungs-Formate.
Für wen es passt: Freelancer und kleine Studios, deren Geldproblem der Prozess ist. Das Hinterherlaufen, das „Hast du das Angebot schon unterschrieben?", die verspätete Zahlung, das Umsatzsteuer-Rätselraten bei grenzüberschreitenden Aufträgen und das Erzeugen einer pflichtgerechten E-Rechnung auf Abruf – all das lässt sich mit Clozo lösen. Wenn Ihr Job mit einem Angebot beginnt und mit dem Bezahltwerden endet, deckt das die ganze Strecke ab.
Für wen es falsch ist: Wenn Sie wirklich vollständige doppelte Buchführung, ein DATEV-Rundum-Setup und Ihre Steuerberatung im selben Tool wollen, ist Clozo das nicht – dann sind lexoffice oder sevDesk die bessere Wahl.
Welche lexoffice Alternative sollten Sie wählen?
Entscheiden Sie nach dem Job, nicht nach dem Logo:
- Sie wollen echte Buchhaltung plus DATEV: lexoffice (Lexware Office).
- Sie wollen den niedrigsten Schaufensterpreis, und eine Zwei-Jahres-Bindung stört Sie nicht: sevDesk.
- Sie wollen leichte, rechnungsorientierte Software: FastBill.
- Sie rechnen einen Kunden ab und ein PDF reicht noch: eine Vorlage, fürs Erste.
- Ihr Problem ist der ganze Bezahlt-werden-Prozess – Angebot, Unterschrift, Anzahlung, Zahlung und ein gültiges deutsches E-Rechnungs-Format ohne Buchhalter: Clozo.
Die Falle, die Sie vermeiden sollten: volle Buchhaltungspreise zu zahlen, auf einem Mehrjahresvertrag, für einen Job, der eigentlich „Angebot, Unterschrift, bezahlt" heißt. Wenn das Ihr Job ist, brauchen Sie keine Buchhaltungssoftware. Sie brauchen etwas, das Sie bezahlt werden lässt.
Angebot-zu-bezahlt kostenlos testen – kein Vertrag, 0 € zum Start.
Häufige Fragen
- Brauche ich als Freelancer eine Buchhaltungssoftware oder reicht ein Rechnungstool?
- Das hängt von Ihrem eigentlichen Problem ab. Wenn Sie eine Steuerberatung haben und alles per DATEV laufen soll, lohnt sich Buchhaltungssoftware wie lexoffice. Wenn Ihr Problem aber das Bezahltwerden ist – Angebot, Unterschrift, Anzahlung, Zahlung – brauchen Sie kein Buchhaltungspaket, sondern ein Tool für den Bezahlt-werden-Prozess.
- Heißt lexoffice jetzt Lexware Office?
- Ja. lexoffice wurde 2025 in Lexware Office umbenannt. Es ist dasselbe Produkt, viele suchen aber weiterhin nach „lexoffice Alternative". In diesem Vergleich meinen beide Namen denselben Anbieter.
- Welche lexoffice Alternative produziert eine gültige E-Rechnung?
- lexoffice/Lexware Office, sevDesk und FastBill geben ZUGFeRD bzw. XRechnung aus. Clozo erzeugt das passende E-Rechnungs-Format ebenfalls auf Knopfdruck – als Teil eines Ablaufs von Angebot über E-Signatur bis zur bezahlten Rechnung. Eine reine Word- oder Excel-Vorlage reicht für eine strukturierte E-Rechnung dagegen nicht.
Angebot-zu-bezahlt kostenlos testen
Angebot-zu-bezahlt kostenlos testen